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Udo Habermann
60 Artikel von Udo Habermann:
Freihändiges Reisen
Kategorien: Web-Tipps
Habt Ihr das nicht auch schon erlebt? Gerade erst am Ferienort (oder daheim) gelandet und dann oh weh – das Gepäck hats nicht geschafft! Ja, es gibt entspannendere Erlebnisse. Mein Vater war in der Türkei einmal in einen Fall verwickelt, bei dem drei Personen aus Versehen jeweils den Koffer des anderen mitgenommen hatten. Immerhin konnte am Ende alles ausfindig gemacht und der Tauschkreis wieder geschlossen werden – auch eine Leistung ;-)
Doch es gibt auch Personen, die an ihrem Zielort absichtlich ohne Gepäck ankommen. Denn sie nehmen erst gar keines mit! “Das bist du nach deiner Karriere!”, schrieb mir ein Freund, als er mir ein Video mit dem Titel “How to pack for a journey with no luggage” mailte. Nach einigen Klicks landete ich schliesslich auf dem Blog von Rolf Potts. Dieser in der Szene bekannte Reisejournalist ist gerade auf eine sechswöchige Reise durch zwölf Länder auf fünf Kontinenten aufgebrochen.
Auch Tyler Brûlé ist ein Verfechter von Reisen ohne Gepäckaufgabe (nur Handgepäck). Rolf Potts hat diese Kunst nun perfektioniert, indem er sozusagen freihändig reist. Darüber berichtet er regelmässig in seinem Blog, unserem Link der Woche.
Viel Spass beim virtuellen Mitreisen!
Badeferien in Pattaya
Kategorien: Reiseberichte & Insider, Thailand
Pattaya ist – wir wissen es nicht erst seit Harry Hasler – der Sündenpfuhl Thailands. Auf meiner letzten Reise nach Thailand besuchte ich zum ersten Mal den südlich von Bangkok gelegenen Badeort, um mir einen eigenen Eindruck zu machen.
Größere Kartenansicht
Die Küstenstadt mit Hinterland bietet Pauschalurlaub für die ganze Familie, wie man ihn in Asien kaum irgendwo preiswerter finden kann. Der Norden Pattayas kann es sogar mit anderen Destinationen auf der Welt aufnehmen, an denen man direkt vom Hotel über die Hauptstrasse an den Sandstrand baden gehen kann. Während im Norden der Stadt Fünfsternehotels und Einkaufszentren von gehobenerer Klientel zeugen, nimmt das Niveau dann Richtung Süden kontinuerlich ab.
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Eine Hoteldynastie
Kategorien: Reisetipps, Schweiz
Als Thailandreisender denkt man bei dem Namen Sir Rocco an eine verballhornte Schreibweise des bekannten Restaurants “Sirocco” in Bangkok. Dabei handelt es sich bei Sir Rocco um Rocco Forte, den Gründer und CEO der “The Rocco Forte Collection”.
Die Gruppe betreibt mit dem “Le Richemond” in Genf auch ein Hotel in der Schweiz. Trotzdem ist die Hoteldynastie im deutschsprachigen Raum – im Gegensatz zu Familien wie Steigenberger, Ritz oder Manz – weitgehend unbekannt.
Impressionen aus dem “Le Richemond” in Genf. Fotos: Hotel; zur Vergrösserung bitte anklicken!
Den Grundstein zur bewegten Geschichte dieser Hoteldynastie legte dessen Vater Charles Forte. Charles Forte (1908 – 2007) folgte als Kind mit seiner Mutter dem Vater nach England. Im Nachruf über Lord Forte heisst es:
Denn drei Jahre nachdem Lord Fortes einziger Sohn Rocco 1993 das Imperium übernommen hatte, wurde die Forte-Gruppe durch eine feindliche Übernahme von einem Finanzkonglomerat zerschlagen. Dies brachte der Familie zwar eine Stange Geld (ca. 900 Millionen Franken), doch verlor sie gleichzeitig das Recht an ihrem eigenen Namen, dem Markenzeichen “Forte”.
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Das Aussteiger-Paradies im Norden Thailands
Kategorien: Reisetipps, Thailand
Pai war einmal der Geheimtipp im Norden Thailands. Das idyllische Dorf liegt am gleichnamigen Fluss inmitten eines grünen Tals mit heissen Quellen nördlich von Chiang Mai. Schon seit Jahren hat es Backpacker angezogen, die sich dort eine Zeit lang vom Reisestress erholen wollten. Einige blieben für immer, und so wurde Pai zu einem Symbol für Aussteiger. In deren Sog kamen auch zahlreiche Künstler und Musiker – darunter viele Thais – in den Norden, um sich von der dortigen Aura inspirieren zu lassen. Parties und Genussmittel aller Art taten ein Ihriges dazu.
Im “Lonely Planet” heisst es:
Seit den 90er Jahren ist die Zufahrtsstrasse 1095 jedoch asphaltiert und in der Hauptsaison (November bis Februar) kann es am Dorfeingang sogar zu Staus kommen – grosse Teile des Zentrums werden zum Glück abgesperrt und sind so meist autofrei. Heute hat Pai ungefähr 3000 Einwohner und 150 Herbergen. Wie konnte es soweit kommen?
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Ein Sommertag in Osaka
Kategorien: Japan, Reiseberichte & Insider
Morgens um sieben fühlt sich die Haut jeweils dermassen klebrig an, dass es einem wörtlich zum aus der Haut fahren zu Mute werden kann. Die Sonne erhitzt den alles beherrschenden Beton und Asphalt tagsüber so stark, dass der Boden und die Luft in der Nacht nicht mehr abkühlen. Das Wetter ist schwül, und Wind will auch keiner wehen. Und trotz dieser öden Wüste sind es Zikaden, die den Tag mit ihrem exzessiven Gezirpe anheben, um beim nächsten Sonnenaufgang irgendwo auf dem Rücken liegend elend zu verdorren.
Auf dem Balkon bäckt die Sonne meinen Futon, und die körperlichen Ausdünstungen der Nacht mischen sich der Luft bei. Die Schweissschicht, die sich im Schlaf angesammelt hat, dusche ich mir mit kühlem Wasser vom Körper. Schon beim Frottieren perlt frischer Schweiss aus allen Poren. Hat dieser Sommer denn kein Ende?
Das Umeda Sky Building in Osaka. Foto: Wikimedia Commons; Suisui.
Das Wohnviertel, das ich auf dem Weg zur U-Bahn durchquere, ist schon früh auf den Beinen. Verdunstende Wasserlachen vor den Türschwellen demonstrieren die Sauberkeit der dahinterliegenden Häuser. Buckelige alte Frauen stossen ihren vierrädrigen Einkaufswagen vor sich her, der ihnen zugleich als Stütze dient. Manchmal ruhen sie sich auch darauf sitzend aus. Selten heben sie im Schlurfen ihr Haupt, um zu schauen, ob nichts im Weg steht. Aber eigentlich hat sich der Weg, den sie täglich gehen, schon tief in den Windungen ihrer Gehirne eingeprägt, und das Aufschauen gehört zu ihrem Ritual.
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Die Inflation von Listen und Rankings
Kategorien: Allgemein, Reiseliteratur
Letzthin markierte Blogger-Kollegin Katja auf Facebook einen “Weltwoche”-Link mit dem Status “Like”. Der Artikel stammte von Daniela Niederberger und war mit “Blöffsack-Journalismus” betitelt. Die Journalistin beschreibt darin – nicht ohne Selbstironie -, wie vermeintlich originelle Superlativ-Artikel eines Journalisten Ideenlosigkeit kaschieren und erst noch tüchtig das Ego aufplustern: der beste Koch, der schlechteste Manager, die hippste Stadt etc.
Der Artikel erinnerte mich an eine Idee, die ich vergangenes Jahr ohne Erfolg einem Schweizer Printmedium vorgeschlagen hatte: Die Listeninflation. Überall wimmelt es von Listen, Rankings etc. – nicht zuletzt im Reisejournalismus. Ein paar Beispiele:
Dabei folgt der Listen-Journalismus einem ähnlichen Prinzip wie der so genannte “Blöffsack-Journalismus”. Erstens: Man muss sich nicht den Kopf zerbrechen, um auf spannende Listen zu kommen. Zweitens: Man gibt sich als Kenner aus, als Connoisseur, als vielgereiste Person. Weitere Vorteile existieren en masse:
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Eine Bestandsaufnahme (2)
Kategorien: Allgemein, Reiseliteratur
Was ich bei Lesetipps oft vermisse, sind diejenigen Angaben, wie der Autor oder die Autorin überhaupt auf das zur Empfehlung kommende Buch gestossen ist. Ebenso oft vermisse ich bei Besprechungen von Kunstausstellungen den Hinweis, wo die Werke bereits vorher gezeigt worden sind oder es noch werden. Mein Freund Darius kommentierte dazu einmal:
Doch ich schweife ab…
Hier also, wie versprochen, wie es vor Kurzem zu meiner Reise-Bücherauswahl gekommen ist.
Die deutschen Übersetzungen dieser Bücher wurden in der “NZZ” als Kombi besprochen, weil beide im Frühjahr 2010 bei Diogenes auf deutsch erschienen sind (im Verlags-Prospektlein auf derselben Seite angekündigt). Von Amélie Nothomb hatte ich bereits “Stupeurs et tremblements” gelesen, dessen Schilderungen zwar ein wenig überspitzt daherkamen, sich im Grunde aber so ziemlich mit meinen Erfahrungen in Japan gedeckt haben. Und von Yoshimoto Banana habe ich schon so Vieles gelesen, das mir gefallen hat, dass ich mit ihr kaum falsch liegen kann.
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Eine Bestandsaufnahme
Kategorien: Allgemein, Reiseliteratur
Bei unseren Lesetipps handelt es sich meistens um Beiträge über Bücher, die von Reiseerlebnissen oder bestimmten Destinationen handeln. Diese Bücher empfehlen wir, um das Reisen oder den Aufenthalt in der Ferne kurzweiliger zu gestalten. Auch ich selbst habe schon über das Thema Reiseliteratur geschrieben.
Seit Dezember 2007 haben wir bereits 75 Texte veröffentlicht, die mit dem Attribut “Reiseliteratur” versehen worden sind. Schaue ich mir die letzten zehn Blogbeiträge an, stelle ich fest, dass drei von Online-Applikationen und sieben von Büchern handeln. Drei dieser Bücher habe ich selbst bereits konsumiert, ohne jedoch darüber geschrieben zu haben (Sorry!). Dafür kann ich sie an dieser Stelle nochmals wärmstens empfehlen, nämlich den “Atlas der abgelegenen Inseln”, ferner “Do travel writers go to hell?” sowie “ICOON”.
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Die WM in Südafrika
Kategorien: Südafrika
Die Fussball-WM in Südafrika ist vorbei. Und dank ebookers.ch fanden wir uns in jeder Stadt mit links zurecht.
Foto: Keystone; Kim Ludbrook.
Glücklicherweise erhielten wir vor unserer Reise dorthin auch eine Menge Warnungen und Ratschläge, was wir besser alles nicht tun und lassen sollten, um uns ja nicht unnötiger Gefahr auszusetzen. Denn Gefahren lauern in Südafrika ja angeblich überall. Doch entweder waren wir zu naiv oder zu wenig aufmerksam – wir haben jedenfalls keine angetroffen.
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Lesotho
Kategorien: Lesotho, Reiseberichte & Insider
Nicht nur Swaziland, auch Lesotho wird von denjenigen Einheimischen, die sich ein wenig in Geographie auskennen, als “die Schweiz Afrikas” bezeichnet. Denn Lesotho ist das einzige Land der Welt, dessen gesamtes Territorium auf über 1000 Metern über Meer liegt. Berge, Stauseen, Wanderwege – man könnte sich mitten in Südafrika in den Alpen wähnen.
Der Basotho-Hut, das Wahrzeichen Lesothos. Foto: FotoArion; Patrick Schildknecht.
Es gibt übrigens neben Lesotho bloss zwei weitere Binnenländer, die vollständig von einem Land umgeben sind: San Marino und Vatikanstadt. Zudem gibt es weltweit nur zwei Länder, die ihrerseits von anderen Binnenstaaten umgeben sind. Wie heissen sie? Doch ich schweife ab…
Die Leute in Lesotho heissen Basotho (Einzahl: Mosotho) und sprechen Sesotho, aber auch Englisch, und sie sind sehr gesprächig. Eine Begegnung dauert mindestens fünf Minuten. So sind wir auf der Suche nach einer Weberei einem Polizisten begegnet, den wir eigentlich nur nach dem Weg fragen wollten. Schliesslich wurde er für einige Stunden zu unserem Fremdenführer/Bodyguard.
Udo: Hallo, wie geht es ihnen?
Der Polizist: Danke gut und euch?
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