Vor rund elf Monaten startete Chris Kennedy ein Projekt auf der Videoplattform Vimeo mit dem Ziel, von jeder Grossstadt der Welt ein Zeitraffer-Video zusammenzutragen. Er hatte hierzu einen “Channel” eröffnet, also eine Art Video-Album, worin jeder Profi- und Amateur-Filmer ein Video seiner Stadt raufladen konnte. Die Initiative löste rund um den Globus Begeisterung aus – und das Projekt kann sich sehen lassen. Wir haben das berauschende Video “My Tokyo” für euch ausgesucht:
Eine Übersicht über alle Filme ist hier zu finden. Toll sind eindeutig auch London, Los Angeles, Miami (wie bei CSI), Paris (unerwartet anders) und Madrid. Alle sind jeweils eine bis zwei Minuten lang und zeigen die Highlights einer Grossstadt im Schnelldurchlauf. Da sich hinter den Machern der Videos viele Profis befinden, kommen die Videos in einer Machart daher, wie man es aus U.S.-Serien kennt; sprich: sie sind hollywood-reif.
Eine Werbung weckt auf internationalen Fernsehstationen seit einiger Zeit meine Reiselust für Indien. Die unter dem Slogan “Incredible India!” laufende Kampagne gibt es schon ziemlich lange. Mit diesem Spot hat man, so finde ich, den Nagel auf den Kopf getroffen. Geniesst die Langfassung des Commercials gleich hier:
Ihr fliegt nicht gerne allein zwölf Stunden über den Atlantik? Ihr seid lieber in Begleitung? Nun, wenn ihr gerade niemanden an der Hand habt, der mit euch kommen möchte, dann seid ihr auf der Seite Airtroductions.com genau richtig.
Der Slogan “There’s Something in the Air” tönt zwar ein bisschen nach Partnervermittlung, die uns direkt in den siebten Himmel einlädt. Zunächst einmal will die Plattform aber einfach helfen, längere Reisezeiten durch nette Bekanntschaften zu verkürzen. Man gibt einfach seine Reiseetappen an und kann dann sehen, wer zu derselben Zeit mit demselben Flugzeug unterwegs ist. Erscheint einem jemand sympathisch, erlaubt es Airtroductions.com sogar, einen Sitzplatz neben demjenigen zu reservieren. Und wenn’s dann doch die grosse Liebe ist – umso besser.
Langsam verbreiten sich die beiden Dienste Gowalla und Foursquare auf dem Globus. Wer sich in ein Café begibt, sich ein Museum oder Theaterstück anschaut, der kann auf seinem Mobiltelefon die entsprechenden Lokalität orten und sich dort über beispielsweise Foursquare anmelden. Meine Freunde können – wenn man dies möchte – den aktuellen Aufenthaltsort anschauen.
Es ist definitiv ein Spass, und einige Leute berichten sogar darüber, wie ihnen der Ort gefällt. Dies macht sich nun ein Startup in den USA zu nutze und verbindet einfach diese Empfehlungen und Erfahrungen mit Google Maps. Das Resultat heisst Fourwhere und kann sich sehen lassen!
Sagen wir, ich bin zur Zeit in Berlin und möchte mir heute morgen den Bundestag anschauen. Und danach? Wo gehen wir essen? Die Möglichkeiten Reiseführer und “spontan etwas suchen” werden mit FourWhere konkurrenziert. Man sucht sich Berlin und den Bundestag und lässt sich die umliegenden Restaurants inklusive den letzten Tipps anzeigen. Das Projekt ist ganz frisch und neu. Drum ist es auch noch nicht perfekt. Trotzdem: Probiert es aus. Viel Spass!
Gut sechs Stunden braucht der Bus von Isfahan zurück nach Teheran. Weite trockene Wüsten und rote Erde dominieren den Landstrich. Kurz hält der Bus in Qom, dem religiösen Zentrum der islamischen Republik. Auch hierhin könnte man reisen, wie auch nach Tabriz im Nordwesten oder zum Kaspischen Meer im Norden. Im Süden läge da noch die Insel Kish, wo die Gesetze nicht so streng eingehalten werden. Oder im Zentrum hätte ich auch noch Yazd sehen müssen. In der Wüstenstadt kann man nachts den Sternenhimmel in seiner vollsten Pracht bestaunen.
Ihr seht, ich habe längst noch nicht alles im Iran gesehen und werde wohl hierhin zurückkehren. Es fällt mir auch schwer, den Iran nach nur zwei Wochen wieder zu verlassen. Leider musste ich mich in meinen Berichten auf die Reiseberichte konzentrieren und viele Details weglassen. Das will ich hier kurz nachholen. Zuerst aber noch einmal ein kurzer Reiserückblick.
Ein tolles Land
Nach einigen Tagen in Teheran (Tag 1, Tag 2), ging es mit dem Flugzeug nach Shiraz (Tag 1, Tag 2, Tag 3). Neben Persepolis besuchte ich zarathustrische Stätten, Gärten, Moscheen und Basars. Darauf folgten wunderschöne Tage in Isfahan (Tag 1, Tag 2). Der Höhepunkt war der beeindruckende Imam-Platz, welchem es Isfahan wohl zu verdanken hat, den Namen “Die halbe Welt” zu tragen.
Der Iran ist die Reise definitiv wert. Hier ein kleiner Leckerbissen, ein 360°-Panorama der Sheikh-Lotfollah-Moschee in Isfahan.
Nun bin ich wieder in Teheran, einer riesigen Stadt, die es mir trotz Verkehr und Lärm ein wenig angetan hat. Denn hinter den weitflächigen Quartieren erheben sich bereits die schneebedeckten Berge.
Während meines dreitägigen Aufenthaltes in Isfahan sind mir zehn Dinge aufgefallen, die nicht unbedingt im Reiseführer stehen und die ich ohne die Hilfe von Ali und Amir wohl kaum verstanden hätte. Hier also (mit einem zwinkernden Auge) zehn mystische Dinge aus Isfahan, die einem erst beim zweiten Mal hinschauen auffallen:
Teuflische Löwenaugen:
An der Khaju-Brücke stehen sich flussabwärts an den beiden Flussufern zwei Löwen aus Bronze gegenüber. Sie haben ihre Münder geöffnet und daraus schaut ein Menschengesicht. Die beiden etwas schaurigen Gestalten wirken abends noch gruseliger. Stellt man sich nachts neben einen der beiden Löwen, beginnen die Augen des Löwen gegenüber zu leuchten. Geht man vom Löwen weg, erlischt das Leuchten. Ist es eine Reflexion? Oder schaut der Löwe tatsächlich durch die Dunkelheit über den Fluss?
Der Ursprung des Polosports:
Die Sportart zu Pferd, welche mir vor allem wegen Prinz Charles, William und Barry bekannt ist, wurde in Isfahan erfunden. Das sagen zumindest meine lokalen Freunde. Tatsächlich begann die Geschichte des Polosports in Persien. Von der Terrasse seines Palastes aus pflegte der Schah Abbas dem Spiel auf dem grossen Platz zuzuschauen. Seine engen Beziehungen zu den Briten hatten wohl zur Folge, dass der Sport Eingang ins britische Königreich gefunden hat. Ob diese Geschichte wahr ist, konnte ich nicht hundertprozentig bestätigen. Polo-Kenner?
Rätselhafte Automalereien:
Öfters fällt auf, dass auf staubbedeckten Autos mit den Fingern etwas in Farsi auf die Motorhaube geschrieben wird. Ist es Propaganda? Werbung? Ein Liebesgeständnis? Nein, es steht: “Wasch mich, bitte!”
Isfahan (oder Esfahan) liegt ungefähr 350 km südlich von Teheran und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Gut vier Millionen Einwohner zählt die Stadt, was sie zur zweigrössten im Iran macht. Ihre Blütezeit genoss sie zwischen dem 11. und 17. Jahrhundert und war unter den Safawiden im 16. Jh. gar die Hauptstadt von Persien.
Nesfh-e Jahan
Während seiner Blüte war Isfahan eine Metropole vieler Kulturen und Nationalitäten; mit einer halben Million Einwohnern gar eine der grössten Städte der Welt. Dadurch verdiente sich Isfahan das persische Sprichwort “Esfahan – nesf-e jahan” (Isfahan, die Hälfte der Welt). Wenn man heute die Stadt besucht, kann man zumindest sagen, es ist mindestens die Hälfte des Irans. So viele wunderschöne Plätze, Moscheen, Museen und Parks gibt es hier zu bestaunen. Es ist wirklich unbeschreiblich.
Bevor man sich zu den Höhepunkten der Stadt begibt, besucht man am besten die Hakim Moschee und den Basar. Hierfür braucht man ein bis zwei Stunden. Ein Blick in die Hinterhöfe und islamischen Schulen ist zu empfehlen (Achtung: Beachten ob Besucher rein dürfen).
Als das Web in den Kinderschuhen steckte, gab es schon Versuche, die Panoramafotografie ins Web zu bringen. Man musste aber meist auf dem Computer etwas installieren, um die 360°-Ansichten sehen und bedienen zu können. Wir sind nun auf 360cities.net gestossen. Es macht es einfacher, schnell und schön. Wie wär’s mit einem kleinen Ausblick auf den Potsdamer Platz?
Viele Fotodienste haben schon seit langer Zeit Google Maps entdeckt. Man klickt sich zum Beispiel durch Berlin, indem man sich die Fotos von anderen Touristen anschaut. 360cities.net macht hierzu nicht viel anders. Es zeigt auf Google Maps ganz einfach alle Panorama-Fotografien von Reisenden in Berlin an. Die Qualität hierbei ist exzellent. Im Panorama eröffnen sich zudem Ansichten, die man mit einem einzelnen Foto nicht einfangen würde. Die alte Brauerein Friedsrichshain? Hier bitte. Oder Aussicht von der Kathedrale by night? Voilà. 360cities erlaubt es zudem, direkt im Panorama durch die Stadt zu laufen. Ähnlich wie bei “Street View” klickt man auf die weissen Pfeile, die im Bild erscheinen.
Bei 360cities hat mich die Qualität und die Einfachheit der Seite überzeugt. Doch entscheidet selbst. Wer sich vor der Abreise Eindrücke von einer Stadt machen möchte, dem seien folgende Seiten empfohlen:
Schon seit meiner Jugend interessiere ich mich fürs Reisen. Und weil ich es mir früher kaum leisten konnte – bis 18 hatte ich nicht einmal alle unsere Nachbarländer besucht – las und schrieb ich oft darüber. Letzteres mit mässigem Erfolg, wie folgende Beurteilung zeigt:
“Man merkt wohl, dass Du während des Schreibens in einen üblen Humor geraten bist, und ahnt, dass ihn berüchtigte Spezies von Touristen veranlasst haben. So erhellt aus dem Aufsatz zwar Deine Meinung von touristischen Auswüchsen, aber er setzt sich mir zuwenig mit dem Titel-Zitat auseinander: Was könnte Schneyder mit seinen Worten gemeint haben?”
Bei Schneyder handelt es sich wahrscheinlich um den österreichischen Kabarettisten Werner Schneyder. Verweise auf den damaligen Deutschlehrer habe ich im ganzen World Wide Web keine gefunden – drum bleibt er hier anonym. Ebenso unter Verschluss bleibt der Aufsatztext, der mit einer 4.5 benotet wurde.
In den Raum stellen möchte ich jedoch den Titel des Aufsatzes: “Die Menschheit hat den Touristen viel hinterlassen. Was hinterlassen die Touristen der Menschheit?” Ja, was eigentlich? Die Diskussion ist eröffnet!
Eher durch ein Zufall gelangte ich zu meinem Zimmer im “Isfahan Traditional Hotel”. Doch als ich meine Notizen der letzten Tage durchgehe, merke ich, dass mir das Hotel schon empfohlen wurde. Mein Bekannter wollte wissen, ob ich lieber in einem traditionellen oder einem modernen Hotel schlafen möchte. “Traditionelles Hotel? Nur her damit”, dachte ich mir. Schon lustig, dass ich tatsächlich hier gelandet bin. Es liegt an bester Lage. Das Hotel finde ich auch in meinem Reiseführer aufgeführt. Es ist aber nicht unbedingt deren Favourit. Weit gefehlt, muss ich sagen, das Hotel ist einfach nur der Hammer!
Das Hotel ist ziemlich schwer zu finden, wenn man das erste Mal in Isfahan ist. Es liegt hinter dem Basar; es ist aber zu empfehlen, den Basar zu umlaufen, denn sonst geht man mit Sicherheit verloren. Viele Leute verstehen “Hotel Sonnati”, und man fragt sich so einfach von Gasse zu Gasse. Am einfachsten gelangt man über die Hakim-Strasse zum kleinen Eingang, der kaum verrät was für eine Perle sich dahinter verbirgt.
Nachdem man durch ein Gewölbe zur Rezeption gelangt, wird man in perfektem Englisch begrüsst (eher eine Seltenheit). Mit nur 16 Zimmern ist das Hotel sehr klein, aber wirklich fein. Die Preise sind auch sehr moderat und ab gut 40 CHF (30 Euro) pro Nacht bekommt man ein gutes Zimmer mit Frühstück. Ich kann nur empfehlen, auch ein wenig mehr zu bezahlen, um eines der schönsten Zimmer zu bekommen.
Da es Nebensaison ist, kann ich einen kleinen Rabatt rausschlagen und werde an der Rezeption vorbei in den Hinterhof geführt. Hier verschlägt es mir das erste Mal die Stimme. Kein Mucks aus dem Basar oder von den lärmigen Motorrädern aus den Gassen ist zu hören. Nur der blaue Himmel und ein schmucker Hof mit Liegen und einem Wasserbecken heissen einen willkommen. (Fotos zur Vergrösserung bitte anklicken!)
Das Zimmer ist sehr traditionell eingerichtet, äusserst geräumig, und das Bad ist weitaus westlicher als sonstwo (Toilette ist westlich, die Dusche ist nicht abgetrennt). Das Zimmer für zwei Personen hat ein grosses Bett und einen Wohnzimmerbereich mit Minibar und Fernseher (in Englisch nur BBC Worldwide). Die Einrichtung, die Architektur und die tiefen Holztüren machen das Zimmer zu einem äusserst speziellen Aufenthalt.
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