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Im Auto übers Land – Auflösung
Kategorien: Reiseberichte & Insider, USA
Glück gehabt.
Eben ist Udo aus Kansas City heimgekehrt, um zu schauen, wie es dort tatsächlich aussieht. Schliesslich hatte er ja darüber geschrieben. Es war aber alles nur ein ausgemachter Fake. Udo fuhr gar nie im Auto übers Land. Doch sein Freund Eric wusste von Udos Beschäftigung und schrieb seine eigene Reise von San Francisco nach Chicago für Udo auf, damit dieser sie dann veröffentlichen konnte. Hier im Original auf Englisch nachlesbar – ohne touristischen Input, ganz auf Architektur getrimmt: “A Tour of Space(s) between Chicago and San Francisco”.
Kopieren ist doch so einfach. Und in den wenigsten Fällen fällt oder fliegt das Plagiat auf, vor allem wenn man dabei die Sprache wechselt. Wer beispielsweise öfters in der internationalen Museumslandschaft herumreist und dann die Kommentare zu den ihrerseits reisenden Ausstellungen vergleicht, stösst regelmässig wenig später daheim auf bekannte Texte und Themen – ohne den geringsten Hinweis auf das Original. Dabei fiele niemandem ein Zacken aus der Krone, würde er/sie auf die Quelle verweisen – man könnte sich im Gegenteil als belesen outen. Was das alles mit Reisen zu tun hat? Dasselbe Phänomen lässt sich auch bei Reisethemen und den dazugehörigen Texten beobachten. Natürlich sind Plagiate (im Gegensatz zu totalen Fälschungen) schwer nachweisbar. Und weil man selten auf die Spur kommt, habe ich hier ein eigenes Beispiel vorgeschoben.
In nicht ganz dieselbe, aber eine ähnliche Richtung geht meines Erachtens auch die Inflation von Rankings. Kaum wird wieder eine neue, beliebige Liste aus dem Boden gestampft, bahnt sie sich schon ihren Weg durch Medien. Aber Rankings sind ein Thema für sich und werden bei anderer Gelegenheit ausführlicher behandelt. Doch es stellen sich bei Reiseberichten auch noch zahlreiche andere Fragen, die nur selten beantwortet werden. Zum Beispiel: Welches war der Zweck der beschriebenen Reise? Wie ist die Route zustande gekommen? Wer hat die Reise (Transport, Hotel etc.) bezahlt? Woher stammen die aufgelisteten Informationen? Die Antworten darauf für die Reise nach Kansas City würden dann folgendermassen lauten:
Zweck war das Kontrollieren von Informationen über eine von Udo beschriebenen Stadt, in der er aber in Tat und Wahrheit noch gar nie war. Udo besuchte Freunde in Chicago und buchte seinen Abstecher spontan mit der Billigairline “Southwest”. Die Unterkunft war gratis. Die Informationen stammen aus Udos ursprünglichem Bericht und von der Gastgeberin, die Udo an all die beschriebenen Orte mitgenommen hat.
Wäre solch ein Kodex nicht ein erstrebenswertes Ziel?
Zum Trost folgt hier in Kürze “Kansas City reloaded”.
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