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78 Artikel in der Kategorie Reiseliteratur.
Die Inflation von Listen und Rankings
Kategorien: Allgemein, Reiseliteratur
Letzthin markierte Blogger-Kollegin Katja auf Facebook einen “Weltwoche”-Link mit dem Status “Like”. Der Artikel stammte von Daniela Niederberger und war mit “Blöffsack-Journalismus” betitelt. Die Journalistin beschreibt darin – nicht ohne Selbstironie -, wie vermeintlich originelle Superlativ-Artikel eines Journalisten Ideenlosigkeit kaschieren und erst noch tüchtig das Ego aufplustern: der beste Koch, der schlechteste Manager, die hippste Stadt etc.
Der Artikel erinnerte mich an eine Idee, die ich vergangenes Jahr ohne Erfolg einem Schweizer Printmedium vorgeschlagen hatte: Die Listeninflation. Überall wimmelt es von Listen, Rankings etc. – nicht zuletzt im Reisejournalismus. Ein paar Beispiele:
Dabei folgt der Listen-Journalismus einem ähnlichen Prinzip wie der so genannte “Blöffsack-Journalismus”. Erstens: Man muss sich nicht den Kopf zerbrechen, um auf spannende Listen zu kommen. Zweitens: Man gibt sich als Kenner aus, als Connoisseur, als vielgereiste Person. Weitere Vorteile existieren en masse:
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Eine Bestandsaufnahme (2)
Kategorien: Allgemein, Reiseliteratur
Was ich bei Lesetipps oft vermisse, sind diejenigen Angaben, wie der Autor oder die Autorin überhaupt auf das zur Empfehlung kommende Buch gestossen ist. Ebenso oft vermisse ich bei Besprechungen von Kunstausstellungen den Hinweis, wo die Werke bereits vorher gezeigt worden sind oder es noch werden. Mein Freund Darius kommentierte dazu einmal:
Doch ich schweife ab…
Hier also, wie versprochen, wie es vor Kurzem zu meiner Reise-Bücherauswahl gekommen ist.
Die deutschen Übersetzungen dieser Bücher wurden in der “NZZ” als Kombi besprochen, weil beide im Frühjahr 2010 bei Diogenes auf deutsch erschienen sind (im Verlags-Prospektlein auf derselben Seite angekündigt). Von Amélie Nothomb hatte ich bereits “Stupeurs et tremblements” gelesen, dessen Schilderungen zwar ein wenig überspitzt daherkamen, sich im Grunde aber so ziemlich mit meinen Erfahrungen in Japan gedeckt haben. Und von Yoshimoto Banana habe ich schon so Vieles gelesen, das mir gefallen hat, dass ich mit ihr kaum falsch liegen kann.
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Eine Bestandsaufnahme
Kategorien: Allgemein, Reiseliteratur
Bei unseren Lesetipps handelt es sich meistens um Beiträge über Bücher, die von Reiseerlebnissen oder bestimmten Destinationen handeln. Diese Bücher empfehlen wir, um das Reisen oder den Aufenthalt in der Ferne kurzweiliger zu gestalten. Auch ich selbst habe schon über das Thema Reiseliteratur geschrieben.
Seit Dezember 2007 haben wir bereits 75 Texte veröffentlicht, die mit dem Attribut “Reiseliteratur” versehen worden sind. Schaue ich mir die letzten zehn Blogbeiträge an, stelle ich fest, dass drei von Online-Applikationen und sieben von Büchern handeln. Drei dieser Bücher habe ich selbst bereits konsumiert, ohne jedoch darüber geschrieben zu haben (Sorry!). Dafür kann ich sie an dieser Stelle nochmals wärmstens empfehlen, nämlich den “Atlas der abgelegenen Inseln”, ferner “Do travel writers go to hell?” sowie “ICOON”.
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Ein paar Schmöker für Frauen
Kategorien: Allgemein, Reiseliteratur
«Bücher für Frauen» – darunter wird oft die viel zu seichte Unterhaltung verstanden, Romanzen, die – natürlich – happy enden. Aber «Bücher für Frauen» müssen so nicht sein; sie können von Beziehungen und der Liebe handeln – und trotzdem geschickt und anspruchsvoll durchkomponiert und gleichzeitig wunderbar geschrieben sein.
Wer gerne Liebesgeschichten liest, dem empfehle ich folgende Bücher. Sie sind alles andere als platt und lassen sich, einmal angelesen, nicht mehr aus der Hand legen. Ideal für den Strandurlaub also:
David Nicholls: One Day
- das ist das Datum, um das sich alles dreht. Emma und Dexter, beide 20 Jahre alt, lernen sich an diesem Tag während ihrer Uni-Abschlussfeier kennen. Sie verbringen eine gemeinsame Nacht, den Schritt, ein Paar zu werden, machen sie aber nicht. Doch sie halten fortan Kontakt. David Nicholls schildert – immer am Tag des 15. Juli -, wie es den Beiden in jedem darauffolgenden Jahr ergangen ist. Ihre Wege kreuzen sich immer wieder, der Autor lässt Emma und Dexter allerdings nicht so leicht zusammenkommen, wie man sich das als Leser vielleicht wünschte. Unglaublich sympathische, nachvollziehbare Charaktere! Mit ganz viel Witz geschrieben. Die ideale Urlaubslektüre!
Der 15. Juli
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Auf den Spuren grosser Literaten
Kategorien: Reiseliteratur
Peter Oliver Loews “Literarischer Reiseführer Danzig” ist der interessanteste Reiseführer, den man derzeit mit auf seine Reise nach Danzig/Gdansk mitnehmen kann. Die heute polnische Ostseemetropole ist eine besondere Stadt, in der auch ein Schweizer seine Spuren hinterlassen hat: Carl Jakob Burckhardt, der grosse Essayist, war 1937 bis 1939 Hoher Kommissar des Völkerbunds für den Freistaat Danzig.
Schon immer war Danzig weltoffen, ein Hort polnischer und deutscher Kultur.
Wie keine andere Stadt steht Danzig für die europäische Geschichte des vergangenen Jahrhunderts. Von hier aus wurde Europa mit dem Grauen des Zweiten Weltkriegs und des Holocausts überzogen, in dessen Folge Europa in Ost und West geteilt und Danzigs Bevölkerung ausgetauscht wurde.
Doch auch das Ende dieser europäischen Nachkriegs-Teilung begann in Danzig mit der Solidarnosc-Gründung. Aus den jüngsten Kapiteln Danziger Geschichte, die multikultureller geprägt war, als man das in Deutschland zuweilen wahrhaben wollte, berichtete der Literaturnobelpreisträger Günter Grass immer wieder und machte seine Heimatstadt Danzig zu einem weltbekannten literarischen Erinnerungsort. Viele Menschen gingen mit Grass-Büchern in der Hand auf Entdeckungstour durch Danzig.
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Wikivoyage im Vergleich
Kategorien: Reiseliteratur, Web-Tipps
Wenn ich in meinen Beiträgen auf einzelne Städte oder Denkmäler verweise, dann verwende ich meistens die Seite Wikitravel.org als Referenz. Die Enzyklopädie für Reisende baut auf dem Programm von Wikipedia auf und sieht ziemlich gleich aus. Eine andere Seite, die ich bisher nicht kannte, ist hierfür auch Wikivoyage. Diese möchte ich euch gerne einmal speziell weiterempfehlen:
Linktipp: www.wikivoyage.org
Für Reisevorbereitungen, fürs Stöbern und für alle, die Fernweh haben, sind diese Gratisseiten ganz nützlich. Auch wenn Wikipedia und seine beiden kleinen Schwestern alle fast gleich aussehen, gibt es einen klaren Unterschied in der Grösse. Wikivoyage besitzt über 10’000 Artikel auf Deutsch. Wikitravel kommt auf knapp 6’000 (und Wikipedia natürlich auch über eine Million).
Trotz einer klar kleineren Anzahl Artikel ist Wikivoyage auf Reisen zugeschnitten. Die Seite enthält Tipps zu Freizeitaktivitäten, Anreise, Abreise, Hotels und Vieles mehr. Wer mit Englisch auch ganz gut zurecht kommt, der kann natürlich auf 23’000 Destinationen auf Wikitravel in Englisch zugreifen. Dazu würde ich auch die Enzyklopädie Thron Tree vom berühmten Lonely Planet empfehlen. Viel Spass beim Stöbern und Entdecken.
Eine einzige Reise kann alles verändern
Kategorien: Reiseliteratur
Gerade Frauen haben oft Angst, alleine zu reisen. Die Autorin Katja Büllmann erzählt in ihrem Buch “Eine einzige Reise kann alles verändern – Frauen erzählen” die Geschichten von 15 Frauen, die den Schritt gewagt haben.
Die Beweggründe und Reisen der Protagonistinnen unterscheiden sich stark voneinander:
Von der Reise nach Südamerika auf der Suche nach dem verlorenen Vater über die Fotosafari in Kenia bis zur Yogaausbildung in New York ist alles dabei. Gemeinsam ist allen Geschichten jedoch, dass die Reisen das Leben der Frauen geprägt haben: Die Eine findet ihre Berufung, die andere die grosse Liebe und wieder andere zehren ein Leben lang von den Erinnerungen ihrer grossen Reise.
Durch die vielen unterschiedlichen Geschichten ist das Buch sehr kurzweilig. Wer Reisetipps sucht, ist hier aber falsch: Die Reisen der porträtierten Frauen sind sehr individuell und motivieren nicht dazu, ihnen nachzureisen – sie machen vielmehr Mut, den eigenen Weg zu finden. Schliesslich ist das ganze Leben eine Reise.
Büllmann, Katja: “Eine einzige Reise kann alles verändern. Frauen erzählen”, Malik-Verlag, 232 Seiten (Taschenbuch), CHF 15.90
Atlas der abgelegenen Inseln
Kategorien: Reiseliteratur
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Neulich hörte ich im Zug einen Podcast vom Schweizer Radio DRS. Die Sendung “Focus” (Anhören!) sprach mit der deutschen Schriftstellerin Judith Schalansky. Ihr Buch “Atlas der abgelegenen Inseln” besticht vor allem durch den Untertitel: “50 Inseln auf denen ich nie war und niemals sein werde”. Ist das eine gute Reiselektüre? Definitiv.
Heutzutage gibt es noch immer viele Orte, die äusserst schwer zu erreichen sind. Schalansky hat aber nicht die Reiselust gepackt und ist jahrelang auf Entdeckungstour gegangen. Sie hat stattdessen 50 Inseln entlegene Inseln auf dieser Welt ausgesucht. Mit mühsamer Fleissarbeit spinnt sie aus historischen Begebenheiten und naturwissenschaftlichen Berichten zu jeder Insel eine eigene Geschichte. Zu jeder Geschichte wird die Insel massgetreu dargestellt. Ein Atlas mit klarem Unterhaltungswert – und vor allem ein gestalterisches Glanzstück, das bereits viele Preise einheimsen konnte.
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Im Zeitraffer die Stadt erkunden
Kategorien: Reiseliteratur, Web-Tipps
Vor rund elf Monaten startete Chris Kennedy ein Projekt auf der Videoplattform Vimeo mit dem Ziel, von jeder Grossstadt der Welt ein Zeitraffer-Video zusammenzutragen. Er hatte hierzu einen “Channel” eröffnet, also eine Art Video-Album, worin jeder Profi- und Amateur-Filmer ein Video seiner Stadt raufladen konnte. Die Initiative löste rund um den Globus Begeisterung aus – und das Projekt kann sich sehen lassen. Wir haben das berauschende Video “My Tokyo” für euch ausgesucht:
Eine Übersicht über alle Filme ist hier zu finden. Toll sind eindeutig auch London, Los Angeles, Miami (wie bei CSI), Paris (unerwartet anders) und Madrid. Alle sind jeweils eine bis zwei Minuten lang und zeigen die Highlights einer Grossstadt im Schnelldurchlauf. Da sich hinter den Machern der Videos viele Profis befinden, kommen die Videos in einer Machart daher, wie man es aus U.S.-Serien kennt; sprich: sie sind hollywood-reif.
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David Foster Wallace auf Kreuzfahrt
Kategorien: Reiseliteratur
Der US-Schriftsteller David Foster Wallace nahm sich im September 2008 das Leben. Kein Wunder also, dass die Feuilleton-Öffentlichkeit aufhorchte, als im vergangenen Jahr sein Mammut-Werk “Infinite Jest” endlich auch auf Deutsch erschien – und auf sage und schreibe 1648 Seiten.
Sie werden seitdem in allerhöchsten, höchsten, mindestens aber in hohen Tönen gelobt. Und so hat es mich also seit Erscheinen der Übersetzung, an welcher der Übersetzer sechs Jahre gearbeitet hat, gereizt, dieses Buch zu lesen.
Aber halst man sich mehr als tausend Seiten eines Autors auf, von dem man noch nie etwas gelesen hat? Nein! Also schaut man erst einmal, was es von demjenigen noch gibt, und so landete ich bei David Foster Wallaces Essay “Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich” und trug das Buch eine Weile in meiner Tasche herum. Foster Wallace beschreibt darin eine siebentägige Luxuskreuzfahrt auf der Karibik. Das “Harper’s Magazine” hatte ihn um eine Reisereportage gebeten; Foster Wallace machte gleich ein ganzes Buch daraus. Schliesslich sieht und erlebt man in sieben Tagen viel auf einem solchen Luxusliner.
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